Dr. Katja Bleis, Coesfeld, Germany
Hochfieberhaft verläuft besonders eine Influenza beim Schwein. Ein paar Fälle von Influenza und eventuelle Folgeerkrankungen werden beschrieben:
In einem Betrieb mit knapp 3000 Mastschweinen erkrankten 2 Gruppen mit insgesamt 250 Tieren. Als Symptome zeigten sich Fieber (41°C), Husten, erschwerte, beschleunigte Atmung, seröser Augen- und Nasenausfluss, eingeschränkte Futteraufnahme und viel Liegen. Das Stadium der Erkrankung war bei den Tieren unterschiedlich. Kurz vor der Erkrankung hatte ein Wetterwechsel mit viel kaltem Wind stattgefunden.
Da die Tiere homöopathisch behandelt werden sollten, wurden alle Symptome gesammelt und danach eine Auswahl der Mittel getroffen – es wurde mit dem Computerprogramm Radar 9 repertorisiert. Die Therapie wurde für 3 Tage mit Aconitum napellus und Belladonna durchgeführt. Weitere Mittel aus der Repertorisation werden im Vortrag von diesen beiden abgegrenzt. 2 Tage nach Therapiebeginn sind die meisten Tiere wieder fit, man findet viel Nasenausfluss und noch einige Tiere mit Husten. 5 Tage nach Therapiebeginn sind bis auf 3 Tiere alle wieder gesund. Die 3 sind deutlich abgemagert, blass, kalt, Körpertemperatur 36,5°C, sie atmen stoßweise und stehen mit hängendem Kopf im Stall. Auch für diese 3 Tiere wird eine Repertorisation vorgenommen und sie werden mit Antimonium tartaricum behandelt.
In Folge dieser Influenza erkrankten noch weitere Tiere dieses Betriebes und sie wurden ebenfalls mit gutem Erfolg mit Aconitum und Belladonna behandelt, ebenso wurde 2 Monate später bei einem weiteren Influenza-Einbruch bei 50-60 kg schweren Tieren verfahren. Hier waren nach 2 Tagen 2 der 3 Abteile wieder ganz fit, in dem dritten aber zeigten viele Tiere die Symptome einer Circovirus-Erkrankung. Sie waren blass, mager und hatten vermehrt abdominale Atmung. 3 Tiere zeigten die Haut-Nierenform mit Blutungen auf der Haut. Der Husten war trocken, unproduktiv und morgens schlechter. Der Nasenausfluss war serös bis eitrig und es gab Tiere mit wässrigem, grünbräunlichen Durchfall. Die Tiere dieses Abteils wurden vor der Erkrankung aus Platzmangel neu gruppiert und dieser Stress soll wohl die schwerere Erkrankung gegenüber den anderen beiden Abteilen ausgelöst haben. Hier muss man zu tiefgreifenderen Mitteln übergehen und so wurde mit Tuberculinum behandelt. Zusätzlich wurde Antimonium tartaricum gegeben. Nach 2 Tagen fraßen die Tiere wieder zu 100%, das Allgemeinbefinden war deutlich verbessert aber es gab noch zu viel unproduktiven Husten. Daher bekamen die Tiere noch einmal für 4 Tage Drosera rotundifolia. Die 3 Tiere mit Haut-Nierenform waren noch am Leben aber sie kümmerten stark.
Bei anderen Influenza-Einbrüchen in anderen Betrieben kamen außer Belladonna und Aconitum häufig zusätzlich noch Ferrum phosphoricum bei einem schleichenden Verlauf und relativ jungen Tieren zum Einsatz. Bei Schweinen kurz vor der Schlachtung wird die Therapie meist mit Lachesis mutus ergänzt, da es bei Herz-Kreislaufschwäche und fieberhaften Erkrankungen schwerer Tiere gute Wirkung zeigt.
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