Homöopathische Akutmittel Erste Hilfe in Notfällen

Idealerweise wird Homöopathie auf die klassische Weise eingesetzt – wir repertorisieren und verschreiben individuell für den einzelnen Fall. Das führt für das betroffene Tier zu den besten Ergebnissen. Es gibt aber auch die Möglichkeiten, homöopathische Mittel für kurze Zeit symptomatisch zu verschreiben und für die Behandlung zu nutzen. Dabei sind sie sehr effektiv.

Normalerweise sind homöopathische Mittel frei von Nebenwirkungen und die falsche Arznei hat wenig Wirkung. Es kann aber auch sein, dass man mit höheren Potenzen (über C30/D30) ein Situation verschlimmert, speziell wenn man diese in kurzen Abständen wiederholt. Wenn man also mit einer Gabe keine zeitnahe Besserung sieht, dann sollte man einen homöopathisch ausgebildeten Tierarzt aufsuchen – oder ein ausführlicheres Buch über das Thema lessen (siehe auch Literatur-Abteilung der IAVH-website). Das Mittel, das Sie wählen sollte so viel Symptome des Patienten abdecken, als nur irgend möglich. Idealerweise gibt man das homöopathische Mittel bevor man allopathisch behandelt. Nutzen Sie den gesunden Menschenverstand – wenn das Tier schwer erkrankt ist oder sich schnell verschlechtern suchen sie SOFORT einen Tierarzt auf.

Bewaren sie ihre homöopathischen Arzneien sauber und dunkel auf - entfert von starken Gewürzen oder Gerüchen – und auf jeden Fall weit weg von Handys. Achten Sie darauf, dass sie nicht mit Fremdsubstanzen kontaminiert werden. Geben sie 4-10 Kügelchen auf einen Löffel und verschließen Sie das Fläschchen sofort wieder. Geben Sie die Arznei dem Tier, indem sie die Kügelchen direkt ins Maul geben. Alternativ können Sie die Kügelchen auch in etwas Wasser auflösen und diese Lösung direkt eingeben. Das gilt vor allem für Katzen. Legen Sie das Fläschchen mit den Globuli zurück ins Dunkle.

1. Weichteilverletzungen und nach Operationen

ARNICA – Stürze, Unfälle, blaue Flecken nach stumpfem Trauma oder nach Bissen, direkt nach der Geburt bei Schmerzen; die Tiere können ruhelos sein und wollen sich vielleicht nicht anfassen lassen – besonders nicht die betroffene Stelle. Auch nach OPs an Weichteilen, jegliche Form von Prellungen, auch speziell am Auge/Kopf. Augenprellungen brauchen oft später noch Symphytum oder Ledum.

ACONITUM – Trauma (speziell am Auge) mit Panikreaktion; bei bekanntem Schock, Missbrauch oder Furcht im Zusammenhang mit Trauma BELLIS PERENNIS – tiefes Weichteiltrauma, vor allem im Becken- und Bauchraum, nach langen OPs oder wenn das Gewebe überstreckt wurde

CALENDULA – Risswunden; Erschöpfung nach Blutverlust, schwere Schmerzen; kann helfen eine Blutung zu stoppen, Infektionen zu verhindern; nicht bei Stichverletzungen verwenden, da diese zu schnell heilen

HYPERICUM – alle Verletzungen, welche die Nerven betreffen; Quetschung von Pfoten, Schwänzen oder Zehen und nach Zahn-OPs. Auch nützlich bei Tieren mit Hals- oder Rückenproblemen nach Verletzungen oder Bandscheibenproblemen. Infektionsprophylaxe bei frischen Stichwunden.

LEDUM – Stichwunden, Insektenstiche; Stichverletzungen v.a. wenn die Haut bläulich erscheint und die Stelle auf Kälte besser wird; auch für Prellungen, die auf Arnica nicht ansprechen; Schwellungen der Hand- und Fersengelenke. 2. Überanstrengung, Bandverletzungen und Brüche

RHUS TOXICODENDRON – Muskelschmerzen nach Überanstengung, Verstauchungen, Verdrehungen, Überdehnung der Bänder und Sehnen; bei Patienten, die durch Bewegung besser werden.

RUTA – gerissene oder verdrehte Bänder; wird eingesetzt, wenn die anfängliche Schwellung zurückgegangen ist; oft auch wenn Rhus tox nicht geholfen hat oder durch Bewegung keine Besserung erfolgt.

SYMPHYTUM – verbessert die Knochenheilung nach Brüchen nachdem die Fraktur fachgerecht von einem Tierarzt stabilisiert wurde (versteifter Verband nach Einrichten des Bruches oder Operation mit Implantaten).

3. Infektionen und Abszesse

ARNICA – sehr gute erste Hilfe bei Bisswunden – kann oft Abszesse verhindern, speziell wenn durch die Bissverletzung auch blaue Flecken und stark in Mitleidenschaft gezogenes Gewebe, bis hin zu tiefer liegenden Strukturen, vorliegen.

GUNPOWDER – sehr effektiv bei Bisswunden, Katzenbissen und schmerzhaften, geschwollenen, eitrigen, entzündeten Wunden.

HEPAR SULFURIS – Abszess mit Schwellung, Hitze, Rötung und Absonderung (oft Eiter); bei eitrigen Abszessen; Patient ist oft unleidlich und sucht die Wärme; tiefe Potenzen verstärken die Absonderung, hohe Potenzen können die Eiterung vermindern

LEDUM – Sehr gute erste Hilfe bei punktförmigen Bissen und/oder Stichverletzungen: der Einbiss oder die Stichwunde ist oft dunkel gefärbt und fühlt sich kalt an; die Patienten genießen auch kalte Umschläge auf dem betroffenen Areal (bei tiefen muskulären Katzenbissen eher Schießpulver – siehe dort).

MYRISTICA – Durch Fremdkörper infizierte Wunden; gilt als das “homöopathische Skalpell” und hilft oft, einen chirurgischen Eingriff zu vermeiden;

SILICEA – eingezogene Schiefer, weniger schmerzhafte und eher “kalte” Abszesse; zur Abheilung von Abszessen, wenn diese nicht so stark entzündet oder schmerzhaft sind; hilft dem Körper Fremdkörper abzustossen; die Patienten sind oft schüchtern, lieb und eher kälteempfindlich, wobei die Gemütssymptome nicht zutreffen müssen, wenn der Fall akut ist und die Lokalsymptome passen;

4. Blutungen

ACONITUM – hellrote Blutung mit Furcht/Angst

ARNICA – quellende Blutung, tröpfelnd, speziell noch unter der Haut, gewöhnlich nach einem stumpfen Trauma

CARBO VEGETABILIS – sehr dunkles, quellendes Blut, kalter Körper, braucht frische Luft, sehr hohe Kollapsgefahr

IPECACUANA – sehr helles Blut in großen Mengen mit erschwerter Atmung und Übelkeit

MILLEFOLIUM – Hellrotes, stark fließendes Blut, hohe Blutungsneigung, Wunden bluten stark, Nasenbluten oder Blutungen aus allen Körperöffnungen

PHOSPHOR – nach Verletzungen/OPs/Zahnextraktionen, speziell wenn es mehr blutet, als man erwarten würde. Patient blutet leicht und Blut gerinnt nur langsam.

5. Erbrechen und Durchfall

ARSENICUM ALBUM – Erbrechen und DF oft gleichzeitig, häufig mit Blut, oft von dunkler Farbe; Probleme im Magen u/o Darm, können sich mit Haut- oder Atmungsproblemen abwechseln; Patienten suchen die Wärme, wollen häufig kleine Mengen trinken; typischerweise ist ein Patient eher vorsichtig, unruhig, versteckt sich, will aber dennoch Gesellschaft; kann unruhig sein, obwohl er müde ist; häufig sehr sauber aussehende Tiere.

COCCULUS – Übelkeit verursacht durch Bewegung – wie beim Autofahren oder auf dem Schiff. GELSEMIUM – Erwartungsspannung mit Durchfall; bei nervösen Tieren, der Durchfall entwickelt sich vor einer Schau/beim Einladen/Fahren zu etwas/Angst verursachenden Situationen.

IPECACUANA – Starkes Erbrechen (auch oft mit Blut), Übelkeit mit Brechreiz, Tier würgt oft, kann aber nichts hervorbringen; Patient ist in der Regel kalt und wirkt sonst oft nicht zu krank.

MERCURIUS – schleimiger Durchfall; oft mit verstärktem Speichelfluß, schlechter in der Nacht.

NUX VOMICA – Erbrechen nach Aufnahme von Unverträglichem; aufgegast, oft mit bereits bekannter Neigung zu Verstopfung, nach Behandlung mit allopathischen Medikamenten (v.a. Schmerzmittel/Narkotika); Patienten wollen es in der Regel warm, moistens sind sie reizbar und mürrisch, aber sie können auch anhänglich und überempfindich sein.

PETROLEUM – Übelkeit beim Autofahren oder im Schiff mit SEHR VIEL Sabbern/Speicheln

PHOSPHORUS – freundliches Tier, das unter Erbrechen leidet Häufig Erbrechen kurz nach dem Essen (15-30 min); wollen kaltes Wasser/Essen; isst manchmal Unverdauliches; Lethargie, kann nahe dem Kollaps sein; freundliche Tiere, suchen Aufmerksamkeit, auch von Fremden. Können rotes Zahnfleisch zeigen.

PULSATILLA – veränderliche Durchfälle; Durchfall schlimmer nach fettigem, zu reichhaltigen Essen, dass das Tier aber haben will. Kot kann sehr unterschiedlich aussehen – normal, schleimig, fest, wässrig. Durchfall fängt oft an, wenn die Besitzer nicht da sind oder direkt nachdem sie zurück sind. Sehr zugängliche Tiere, freundlich, anhänglich; wollen es lieber kühl und frische Luft. Oftmals kein Durst.

SULPHUR – Oft nicht so gepflegt aussehende Tiere mit Durchfall. Schlechter am Vormittag, schaffen es nicht mehr rechtzeitig nach draußen; rote Körperöffnungen, die Region um den After kann durch den Durchfall gerötet sein; oft durstig, mögen lieber frische, kühle Luft; oft schlechter im Frühjahr; häufig besteht eine Vorgeschichte von lange bestehenden Hautproblemen.

TABACUM – Übelkeit beim Autofahren und auf dem Schiff, aber wesentlich stärker als Cocculus. Die Tiere glauben, dass sie daran sterben könnten.

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